Fahrraddisco von TU und FU Berlin

 

Wer kräftig in die Pedale tritt, zieht auf der Straße ab wie Schmidts Katze! Irgendwie muss sich die Energie, die beim Radfahren erzeugt wird, doch auch anders nutzen lassen? Dachten sich Studierende der Berliner Unis TU und FU, denn ihre Leidenschaft ist das Radfahren. Das Team will für mehr Fahrradverkehr an und um Berliner Unis sorgen und das wenig bekannten Angebot der Fahrradwerkstätten der Unis bekannter machen. Wie? Mit einer Fahrraddisco! Heißt durch das Treten in die Pedale wird die erzeugte Energie in Strom umgewandelt und damit eine Musikanlage betrieben. Wir fragten Carolin und Thomas, wie sie ihre Idee umgesetzt haben.

erste Fahrraddisco in Berlin ©Themas Finger/Uni Gardening
erste Fahrraddisco in Berlin ©Themas Finger/Uni Gardening

1. Wie genau sieht dein Projekt aus? Beschreibe es mit drei Worten.

Es geht darum verschiedene Veranstaltungsformate an Berliner Hochschulen und bei Berliner Veranstaltungen umweltfreundlich und unabhängig vom Stromnetz zu gestalten, wobei die TeilnehmerInnen in das jeweilige Event aktiv miteinbezogen werden sollen.

2. Wie seid ihr auf die Idee zu eurem Projekt gekommen? Warum braucht es euer Projekt?

Die Idee ist bei einem DIY-Workshop entstanden. Filmvorführungen, Infostände,  Vorträge/Präsentationen, Konzerte oder Diskos/Tanzveranstaltungen werden durch muskelbetriebene Fahrrad-Stromgeneratoren und andere Fahrrad-Maschinen, wie z.B. ein Fruchtshake-Mixer, deutlich aufgewertet und interessanter für TeilnehmerInnen. Der dadurch entstehende interaktive Event-Charakter wirkt der oftmals passiven Konsumhaltung der TeilnehmerInnen entgegen, sodass hierbei auch ein „Wir-Gefühl“ erzeugt bzw. gefördert wird.

3. Was wollte ihr verbessern/ändern?


In diesem Zusammenhang können Themen u.a. zu nachhaltiger Mobilität bzw. Transport & Logistik, Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), Nachhaltige Produktion, Nachhaltiger Konsum, Sport-Gesundheit & Ernährung, Alternative/Erneuerbaren Energien, Energiesparen, Ressourcenschonung, regionale/lokale Wirtschaftskonzepte, Entwicklungszusammenarbeit, Fair Trade, Öko-Landwirtschaft, Do-It-Yourself etc. besser kommuniziert und diskutiert werden.

Infostände mit einer Fahrrad-Generatoren-Ausstattung heben sich deutlich von normalen Ständen, die meist nur Infoflyer im Angebot haben, ab und üben auch eine Anziehungskraft auf Personen aus, die eigentlich wenig Interesse am entsprechenden Thema haben. So kann man also potentiell mehr Menschen ansprechen und sie dazu motivieren sich auch mit schwierigen Fragestellungen zu beschäftigen bzw. im Idealfall sich sogar für die Lösung gesellschaftlicher Probleme zu engagieren.

Weiterer Vorteil ist die Unabhängigkeit vom Stromnetz und die Mobilität es Equipments, das leicht mit Lastenrädern bzw. Fahrradanhängern an beliebige Veranstaltungsorte – auch Outdoor z.B. im Park – transportiert werden kann. 

In Berlin gibt es bisher keine vollständige bzw. professionelle Ausstattung um derartige Veranstaltungen organisieren zu können.
 
4. Was war das Erste, was ihr gemacht habt?

Es wurde Anfang Mai 2018 an der TU Berlin die erste Fahrrad-Disko veranstaltet, wobei das meiste Equipment ausgeliehen wurde.

5. Welche Schritte folgten? Gab es einen Plan?
 
Es soll im Laufe der nächsten zwei Semester eine eigene Ausrüstung durch Spenden/Sponsoring angeschafft werden.

Für die Fahrradgeneratoren findet man verschiedene Selbstbauanleitungen im Internet, bei denen gebrauchte Auto-Lichtmaschinen als Stromgenerator genutzt werden, wobei die dabei zu erwartenden Endergebnisse oft nicht professionellen Ansprüchen Rechnung tragen. Zum einen ist es ein relativ hoher Aufwand die Fahrradgeneratoren selbst zu „basteln“, denn man benötigt hierfür eine entsprechende Werkstatt, Zeit und die handwerklichen Kenntnisse (z.B. Schweißen). Außerdem haben die Lichtmaschinen-Fahrradgeneratoren einen schlechten Wirkungsgrad, was letztendlich bedeutet, dass mehr Fahrräder zur Stromerzeugung für eine Veranstaltung benötigt werden. Das kann ein Platzproblem beim Event bedeuten, sowie einen höheren Transportaufwand von Ausrüstungsmaterial verursachen.

Daher wollten wir die Fahrradgeneratoren nicht selbst bauen, sondern eine professionelle Lösungen zum Einsatz kommen, bei der mit möglichst wenig Fahrrädern möglichst viel elektrische Energie erzeugt werden kann.

6. Hattet ihr Startkapital? Wenn ja, wie habt ihr das akquiriert? Gab es Förderer neben der Starthilfe von »DIY. Dein Mobilitätsprojekt«?

Wir haben bei Ideenwettbewerben teilgenommen, bisher gab es aber noch keine weitere zusätzliche Förderung. Wir bleiben aber dran und denken auch an Crowdfunding.

7. Gab es Kooperationspartner, mit denen ihr zusammengearbeitet habt? Wie habt ihr diese akquiriert?

Die Fahrrad-Generatoren wurden von einem Berliner Verein ausgeliehen, die Fahrrad-Disco fand in Kooperation mit dem studentischen "Café Planwirtschaft" statt.

8. Würdest du dein Projekt noch einmal genauso starten? Was würdest du anders machen?

Ja, die erste Fahrrad-Disco ist eine gute Referenz, um das Projekt weiter zu entwickeln zu können um weitere neue Partner zu finden.