Dotta sparen mit dem E-Vessel

Um 9 Uhr sitze ich am Schreibtisch in meiner Firma zu der ich mit meinem E-Vessel gefahren bin. E-Vessels sind die Nachfolger von E-Bikes. Allerdings erinnern diese vom Aussehen eher an eine Kutsche. Man setzt sich hinten rein und das E-Vessel bringt einen autonom mit bis zu 90 km/h und maximal 70 Kilometern Reichweite ans gewünschte Ziel. Nach dem Essen schlägt mir mein Smartdevice vor, sich um die morgen bevorstehende Reise nach Köln zu meiner Freundin zu kümmern. Ich willige etwas genervt ein und überlege mir, warum es mich das überhaupt noch fragt, hatte ich doch die letzten 20 Befragungen zum Thema Reisen in über 80% der Fälle sofort bejaht. "Du könntest morgen um 16:00 Uhr mit dem E21Richtung Köln nach Köln fahren für den Preis von 17,50€ und 1,75 Dotta", sagt mir das Smartdevice.

Ich willige ein und denke darüber nach, dass eine Fernbeziehung schlank macht, da man ständig Dotta  sparen muss, um seine Reisekosten tragen zu können. Für den Flug in die USA im Juli muss ich mich dieses Jahr auch wieder beim ,,Amt für spezielle Energieaufwendungen" bewerben und nachweisen, dass ich das ganze Jahr versuche viel Energie zu sparen und auch schon in ressourcenerhaltende  Maßnahmen, in Form einer Spende oder Handlung, investiert habe. Gott sei Dank! geht das alles recht schnell mit den Smartdevices, wenn ich das mit den bürokratischen Prozessen von vor 15 Jahren vergleiche.

Nachdem mich mein Vorgesetzter  gefragt hat, ob ich nicht langsam Kinder bekommen wolle und ich dafür die firmeninterne Familienhilfe nutzen könne, damit der Firma mehr Dotta zur Verfügung stünden, war ich etwas entgeistert. Nicht, dass ich keine Kinder wolle, eher darüber, dass mein Vorgesetzter mir Kinder wünscht, um mehr Dotta für die Firma zur Verfügung zu haben. Mir wird klar, dass es auch viele Menschen gibt, die gegen das Dotta Abkommen sind. Ich selbst bin sehr froh über das Abkommen und fühle mich seitdem deutlich besser. Auch die meisten anderen Menschen in meinem Umfeld scheinen seit der Einführung von Dotta viel glücklicher zu sein und im Einklang mit ihrer Umwelt zu leben.

Nach der Arbeit komme ich Zuhause an und stelle die Lebensmittel, die um 17:15 Uhr angekommen sind, in den Kühlschrank. Ich koche mir mein Abendessen, schalte danach alle Smartdevices für zwei Stunden ab und entspanne mich bei einem Spaziergang nach dem Essen. Um 20 Uhr schalte ich alles wieder an und sehe mir die Tagesschau an und entspanne mich danach mit einer Runde des Spieles Mindcraft in Hologramm Form, bevor ich zu Bett gehe.

Jeder Mensch sollte aus Sicht der Wissenschaft in Anbetracht der Weltbevölkerungsdichte und der Ressourcenknappheit nicht mehr als 12,6 Dotta, einer neu entwickelten Energieeinheit, verbrauchen, um ein dauerhaftes Überleben der Menschheit auf der Erde zu sichern. Jeder über Smart Technologies messbare Energieverbrauch, der auf die verbrauchende Person zurückzuführen ist, wird von deren Dotta-Konto abgezogen. Ob Lebensmitteleinkauf oder Arbeitsweg, alles wird gemessen. Seit zwei Monaten gibt es einen Vertrag zwischen allen Erste-Welt-Ländern, der vorsieht, dass jedes Mitglied insgesamt nicht mehr als 12,6 Dotta pro Person am Tag verbrauchen darf. Von den 12,6 Dotta wird jedem Mitbürger empfohlen, nur 8-10 Dotta privat zu verbrauchen. Den Rest kann die Firma, in der die Person angestellt ist, verwenden. Der Verbrauch ist natürlich freiwillig und die Firmen dürfen auch nicht mehr als 4,6 Dotta pro Person Energie verwenden. Wenn man der Firma allerdings keine Energie zur Verfügung stellen kann, hat man auf dem Arbeitsmarkt eher schlechte Chancen, da die meisten Unternehmen auf die Energie angewiesen sind. Spart man hingegen darüber hinaus noch Energie, wird diese am Jahresende dem Staat gutgeschrieben. Jeder, der dem Staat am Jahresende 100 Dotta zur Verfügung stellt, erhält im folgenden Jahr eine Vergütung von 200€ monatlich als Prämie. Dieser Anreiz hat auch einen sozialpolitischen Sinn, da Kinder, besonders Babys viel weniger Energie verbrauchen und natürlich auch noch nicht arbeiten gehen. Es gibt also auch finanzielle Unterstützung für Familienbildung durch die Dotta Prämien.
Die Mitgliedsländer, die am Ende eines jeden Jahres insgesamt mehr Energie als pro Person erlaubt ist, verbrauchen, müssen an die Länder, die weniger verwenden, Strafen zahlen und in ressourcenerhaltende Maßnahmen investieren. Sehr viel und einfach Energie sparen lässt sich, indem man mit dem Fahrrad, E-Vessel oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt. Kauft man sich ein eigenes Fahrzeug hat man schon einen massiven Energieverbrauch, da auch die Herstellung des Fahrzeuges zu einem Anteil in die eigene Dotta Rechnung einkalkuliert wird.

 

Von: Simeon

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