Gibt es gutes und böses Carsharing?

05.12.2014 in Verkehrswende von Lena Christin

Zum Ende des Jahres verabschieden sich die kleinen weiß-blauen Smarts aus ihrer Geburtsstadt Ulm, wo sie 2008 als Pilotprojekt starteten. Inzwischen haben sie über 30 Städte in der ganzen Welt erobert, New-York, Berlin, Paris, Rom, Amsterdam – aber Ulm wird ab 2015 nicht mehr dazugehören, da zu klein und zu teuer für das von Daimler und Europcar betriebene Carsharingmodell, die Reaktionen auf diese Ankündigung reichen von Triumph bei den Konkurrenten bis zu Verzweiflung bei den Kunden.

CC BY-SA 2.0 DE Lena C. Schwelling

Das Free-Floating Carsharing, zu dem auch Car2go gehört und bei dem die Autos nicht an festen Orten abgestellt werden müssen, also Einwegfahrten möglich sind, wird schon lange kontrovers diskutiert und gerade die Betreiber klassischer Carsharingmodelle üben hier gerne und häufig Kritik an den vermeintlichen Schmuddelkindern. Free-Floating sei zu bequem, zu kommerziell, verursache viele Leerfahrten und habe negative Auswirkungen auf die ÖPNV-Angebote.

Aber was steht auf der anderen Seite?

Stellen nicht gerade die Einwegfahrten eine ideale Ergänzung zum ÖPNV dar, weil dadurch auch zu Zeiten, in denen die Busse nicht mehr jede Ortschaft anfahren ein Heimweg ohne eigenes Auto möglich wird? Und muss Car-Sharing nicht auch flexibel sein, wenn es Erfolg haben will? Interessant ist es jedenfalls allemal, dass die Free-Floating-Modelle von jüngeren Menschen benutzt werden, als die festen, klassischen Carsharingmodelle. Ist Carsharing am Ende eine Generationenfrage und was erwartet uns dann 2050?

 

Was meint Ihr?