Batterien in die Luft

01.12.2014 in Gefährten der Zukunft von Anna

6,7 m lang, eine Spannweite von 9,5 m und angetrieben von zwei 30-Kilowatt- Motoren. Die Sprache ist von E- Fan, der Protoyp eines elektrisch betriebenen Kleinflugzeugs, den Airbus im März 2014 vorstellte. Er soll so viel kosten wie andere Maschinen seiner Größe: 300 000 US-Dollar. Ende 2017 wird die Produktion in Serie beginnen.

Aktuell kann der E-Fan laut Airbus-Technikchef Jean Botti mit seinen Batterien 35 Minuten lang fliegen. Als Ziel hat man sich eine Stunde gesteckt. Langfristig will Botti eine Version mit drei Stunden Flugzeit entwickeln lassen. Problematisch sind ebenso wie bei Elektroautos das hohe Gewicht der Akkus und die noch geringe Reichweite. Das Gewicht muss durch eine entsprechende Leichtbauweise ausgeglichen werden.

Eine weitere Problematik besteht darin, dass die Flugzeuge nach der Landung nicht gleich wieder einsatzbereit sind, wie ihre kerosinbetriebene Äquivalente, die man ja in kurzer Zeit auftanken kann. Dies könnte gegebenenfalls damit gelöst werden, dass man die Batterien nach der Landung mit einer voll aufgeladenen austauscht.

Bis ein elektrisch betriebenes Langstreckenpassagierflugzeug serienreif wird, ist es wohl noch ein langer Weg. Aber den serienmäßigen Betrieb eines Elektro- Kurzstreckenpassagierflugzeugs halte ich für eine interessante Option. Stellt euch vor, fliegen wäre auf kurzen Strecken nicht mehr so klimaschädlich? Der gesamte Geschäftsflugverkehr in Deutschland und näherer Umgebung könnte klimafreundlicher erfolgen. Gerade Kurzstrecken sind ja der Klimakiller schlechthin.

Sicher, aktuell steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen. Aber wie ich finde ein Forschungsbereich, den man weiter ausbauen sollte. Schließlich hat sich die Luftfahrtbranche auf internationaler Ebene im Bezug auf das Klima hehre Ziele gesteckt: eine Halbierung der Emissionen bis 2050- verglichen mit 2005. Damit dies kein Lippenbekenntnis bleibt, müssen grundsätzliche Umwälzungen erfolgen und es muss intensiv im Bereich der alternativen Antriebe und Kraftstoffe geforscht werden.

In diesem Fall ist meiner Ansicht nach davon auszugehen, dass durch die Weiterentwicklung der Elektroflugzeuge hin zur Serienreife allein der Fortschritt der Technik (und nicht ein Mentalitätswandel der Menschen; fliegen wird der Mensch immer und Geschäftsleute eben vor allem auf Kurzstrecken, dafür ist der damit verbundene Zugewinn an Mobilität und Komfort einfach zu schwerwiegend) der Klimaproblematik beim Fliegen von Kurzstrecken entgegenwirken könnte. Zur finanziellen Förderung derartiger Forschungsprojekte sollte auch die Politik tätig werden.

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