Gemeinsam die Verkehrswende angehen

Wer selbst aktiv werden will, braucht Inspiration und die passenden Methoden. Deshalb haben auf unserem Mobilitätsforum Aktivist*innen von ihrer spannenden Arbeit berichtet, Tipps gegeben und zum Handeln angeregt. In vier interaktiven Skill Sessions haben die Teilnehmenden anschließend neues Wissen für ihren Einsatz für die Verkehrswende mitnehmen können.

Inspiration und Motivation für die eigenen Projekte

Bitte lächeln! Teilnehmende 2021 auf dem VCD-Mobilitätsforum
Bitte lächeln! Teilnehmende 2021 auf dem VCD-Mobilitätsforum

Los ging es am Vormittag mit rund 60 Teilnehmenden auf unserer digitalen Hauptbühne auf Zoom. VCD-Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann verdeutlichte noch einmal, wie wichtig das aktive Handeln in diesen Zeiten sei: »Die Verkehrswende müssen wir voranbringen, müssen daher alle Autobahnen noch gebaut werden? Ich denke nicht. Wir sind der GameChanger, wir müssen die Verkehrswende voranbringen.« Wir können nicht abwarten bis die Politik sich zu Maßnahmen durchringt.

An diese Aussage schloss sich direkt danach der Fridays-for-future-Aktivist Jakob Blasel an. Besonders beeindruckend fand er, dass mit Start der Bewegung noch wenig öffentliches Interesse bestand. Heute kann er dagegen mit Stolz behaupten, dass ein Großteil der Bevölkerung ein Bewusstsein für Klimaschutz entwickelt hat und sich mehr Menschen einen Wandel der Gesellschaft wünschen. Außerdem betonte er, dass verschiedene Initiativen, Wissenschaftler*innen und Verbände, wie der VCD der Politik die Maßnahmen schon auf dem Silbertablett servieren. Jetzt müssten sie nur noch umgesetzt werden. Dafür gab es besonders viel Zustimmung von den Teilnehmenden.

Aus dem Publikum kam anschließend noch die Frage, wie Jakob es schaffe motiviert zu bleiben. Er meint: »Ich persönlich motiviere mich dadurch, dass wir in einer historischen Situation sind. Wir können die Klimakrise nicht vor uns herschieben. Es ist unsere letzte Chance für eine größere und breitere Transformation. Und dieser Wunsch zu kämpfen treibt mich weiter voran. Alle Fakten liegen auf dem Tisch, man muss sie nur noch nutzen.«
Danach ging es weiter mit der Vorstellung des Projekts »bauhaus.mobil« von Maximilian Wunsch, einem Dozenten der Bauhaus-Universität Weimar. Gemeinsam mit einer Kommilitonin hat er 2018 das Modul unter dem Motto »Von Studierenden für Studierende« gestartet. Er zeigte, wie weit man mit guten Ideen, den richtigen Mitstreiter*innen und etwas Motivation kommt. Dabei betont er: »Alleine schafft man es meistens nicht, man braucht Partner für die Umsetzung eines Projektes.«

Anschließend stellte Charlotte Mujis das aktuelle DIY-Projekt »Altstädtischer Markt erleben« vor. Die Initiative möchte den Marktplatz der Stadt Brandenburg offener, geselliger und autoreduziert gestalten. Dabei ist es Ihnen wichtig, die Bürger*innen miteinzubeziehen und ihre Wünsche und Anliegen zu berücksichtigen. Besonders spannend: In einer Umfrage zeigte sich, dass sich die meisten Befragten aus Brandenburg weniger Autoverkehr auf dem Platz wünschen. Mit diesem Argument möchte sich das Bündnis nun weiter an die Verwaltung wenden.

Nach all dem spannenden Input gab es nun Raum, um sich untereinander besser kennenzulernen und auszutauschen. Beim Netzwerk-Bingo wurden die Teilnehmenden dafür für jeweils drei Minuten in kleinen Gruppen zusammengewürfelt. Zu gewinnen gab es eine Spezial-Toolbox mit Bauchtasche und weiteren Materialien.

Ab in die Praxis

Nach einer Mittagspause ging es mit dem ersten Block der Skill Sessions los. Im Workshop »Framing: Wie Worte Wirklichkeit werden« von Mathias Hamann lernten die Teilnehmenden, welchen Einfluss die Wahl unserer Worte in verschiedenen Situationen hat und wie wir Sprache dementsprechend gezielt nutzen können. Hierbei spielen bestimmte Deutungsmuster, die durch Framing in unserer Informationsverarbeitung aktiviert werden, eine entscheidende Rolle.

Die andere Hälfte der Teilnehmenden erfuhr von der Influencerin und Bloggerin Laura Mitulla, wie sie soziale Medien nutzen können, um das eigene Projekt bekannt zu machen. Sie erklärte die Bedeutung seriöser Quellen und einer passenden Ästhetik und wie man mit einfachen Programmen schönen Content schaffen kann.

Im zweiten Block der Skill Sessions lud Thorben Prenzel ein, mehr über zielführendes Diskutieren und Argumentieren zu lernen. Anhand verschiedener Anwendungstechniken erläuterte er die essenziellen Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Diskussion. So ist es etwa besonders wichtig, eigene Gewohnheiten zu durchbrechen, die Interessen seines Gegenübers zu erkennen und mit Akzeptanz auf die Gegenargumente zu reagieren.

Außerdem half die Psychologin Ines Schmitz in ihrer Session »Teambuilding: Stärke deine Gruppe«  den Teilnehmenden, die Zusammenarbeit auf Augenhöhe besser zu verstehen. Dabei wurde klar, wie wichtig gemeinsame Teambonding-Events, offene Kommunikation und klare Rollen sind.

Mit Humor für den Klimaschutz

So viel Wissen musste erstmal verdaut werden. Da kam ein humorvoller Science Slam von Prof. Gerhard Reese gerade recht. Mit GIFS und Memes verdeutlichte er die Einstellung der Gesellschaft zum Klimawandel. Ein gelungener Abschluss für einen spannenden Tag!
Moderatorin Anika Meenken fasste am Ende nochmal zusammen, wie wichtig Vernetzung und Kooperation für den Klimaschutz ist: »Unsere Kongresse sind Formate für mich, aus denen ich immer wieder Kraft schöpfe. Denn dadurch merke ich wir sind viele, die das gleiche Ziele haben.«

Wir freuen uns schon auf das 2. VCD-Mobilitätsforum mit Euch! Dieses wird voraussichtlich im Mai 2022 vor Ort in Weimar oder Erfurt stattfinden.