„Do it yourself: Nachhaltige Mobilität – Von erfolgreichen Projekten lernen“

Mobilität mitgestalten – Verkehrswende selber machen: unter diesem Motto fand am 22. und 23. November 2018 unser Mobilitätskongress im InnoZ auf dem Berliner EUREF-Campus  statt. Dabei wurden bessere Angebote auf dem Land und in der Stadt diskutiert und Projekte vorgestellt, die die Verkehrswende von unten vorantreiben.

Eröffnet wurde der Kongress von unserer neuen VCD-Vorstandsvorsitzenden Kerstin Haarmann, die deutlich machte, dass junge Erwachsene durch ihr nachhaltiges Mobilitätsverhalten einen wichtigen Beitrag für die Verkehrswende leisten.

Foto: Mobilitätskongress 2018 ©Wibke Reckzeh
Foto: Mobilitätskongress 2018 ©Wibke Reckzeh

Cem Özdemir forderte als Keynotespeaker den Blick mehr in Richtung Zukunft zu richten. Dabei sollten wir den öffentlichen Raum besser nutzen, Autos teilen und den öffentlichen Verkehr stärken. Mit dem Fahrrad existiert bereits ein nachhaltiges Verkehrsmittel, das im urbanen Raum in Form von Lastenrädern den Wirtschaftsverkehr deutlich ökologischer machen kann.

„Wir brauchen eine Mobilität, die die Menschen begeistert!" sagt Cem Özdemir

Im Anschluss an diese motivierende Rede zeigten uns Matthias Heskamp von paper planes e.V. und der Bürgermeister von Trebbin, Thomas Berger, wie das praktisch aussehen könnte.

In Trebbin wird mit dem Kranich-Express ein Angebot geschaffen, dass die Menschen nachhaltig in den Naturpark Nuthe-Nieplitz bringt. Mit dem Hop-on-Hop-Off-Prinzip kann jeder den E-Shuttle nutzen und sich somit die Fahrt mit dem eigenen Auto sparen. Das ist nicht nur für die Menschen vor Ort sinnvoll, sondern kurbelt darüber hinaus auch den Tourismus an.

Matthias Heskamp hingegen gehört zu einer Gruppe Architekten, die mit der Radbahn Berlin einen separaten Fahrradweg vom Zoo zur Warschauerstraße in Berlin bauen wollen. Dafür nutzen sie den Raum der oberirdisch fahrenden U-Bahnlinie 1. Heißt für die Radfahrenden Wetterschutz von oben, keine gefährlichen Kreuzungen und ein passendes Sharing-Angebot.

Drei Workshops: Mitmachen und Verändern

Foto: Mobilitätskongress 2018 ©Wibke Reckzeh
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Im Workshop „Mobilitätswende durch Bürgerbeteiligung“ wurde gemeinsam erarbeitet, wie man Bürgerinnen und Bürger in eine Projektidee einbinden kann und auch sollte. Die Referentinnen und Referenten vom Radentscheid Darmstadt, der Radbahn Berlin und Changing Cities wiesen daraufhin, dass Mut für die eigenen Sache und das Darüberreden enorm wichtig sind. Nur durch das „Besprechen“ der Idee, kann sich diese Entwickeln und die Menschen begeistern.

Im Workshop „Teilen statt besitzen“ war unter anderem das Fazit, dass Sharing-Angebote im Mobilitätsbereich nur funktionieren, wenn diese sich an der festgelegten Zielgruppe orientieren. Weiterhin ist es von Vorteil die aktuellen Trends im Auge zu behalten, um gegebenenfalls das eigene Angebot zu erweitern und anzupassen. Ebenfalls ist es nicht immer sinnvoll zusätzliche Sharing-Angebote zu schaffen, sondern bereits bestehende Mobilitätslösungen durch ein Nischenprodukt zu ergänzen und Kooperationen vor Ort einzugehen.

Inputs kamen in diesem Workshop von Prof. Lars Gusig von der Hochschule Hannover, Sabine Adamaschek von der Hochschule Osnabrück, Christoff Gaebler von Hebewerk e.V. und Korinna Stephan vom InnoZ.

Foto: Mobilitätskongress 2018 ©Wibke Reckzeh
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Ausgangspunkt für den Erfahrungsaustausch im Workshop „Mobilitätsangebote für den ländlichen Raum“ waren drei Erfahrungsberichte über die Einrichtung von Mobilitätsalternativen zum allein genutzten Pkw.
Der Bürgermeister der brandenburgischen Kleinstadt Trebbin, Thomas Berger, konnte via Crowdfunding einen Elektrokleinbus akquirieren, David Waschkewitz vom Team fairfahrt Romrod eine digitale Mitfahrbank aufbauen und Prof. Jochen Baier von der ländlich gelegenen Hochschule Furtwangen einen direkten Busshuttle zwischen Bahnhof und Hochschule einrichten, der auch zu Vorlesungszeiten verkehrt.

Es wurden viele Erfolgsfaktoren für ein neues Mobilitätsangebot und dessen Akzeptanz bei der Zielgruppe genannt. Dazu gehören der Aufbau eines Netzwerks aus Partnern und Unterstützern, eine stetige Kommunikation über den direkten Beteiligtenkreis hinaus und vor allem eine lösungsorientierte Einstellung, die kreativ mit Hürden umgeht. Die Erfahrungen zeigten weiterhin, dass es eine schnelle Umsetzung des Grundkonzepts ermöglichte, eher und erfolgreicher Überzeugungsarbeit zu leisten.

Foto: Mobilitätskongress 2018 ©Wibke Reckzeh
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Nach den Workshops stellten sich fünf unserer bereits erfolgreich geförderten Projekte mit einem Pecha Kucha Vortrag vor:

Gewinner aus unserem letzten Ideenwettbewerb

Foto: Mobilitätskongress 2018 ©Wibke Reckzeh
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Als Abschluss präsentierten sich kurz die beiden Gewinner*innenteams  aus dem letzten Ideenwettbewerb:

Am zweiten Tag stand alles im Zeichen vom gegenseitigen Austausch und die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, wichtiges Handwerkszeug für die Umsetzung ihrer eigenen Mobilitäsprojekte zu lernen. In unseren fünf verschiedenen Skill-Sessions konnten sich die Teilnehmenden mehr erfahren über:

  • Methoden und Ansätzen für Projektideen mit Robin Pfaff von Yooweedoo
  • Crowdfunding mit  Melissa Kühn von Startnext
  • Fragen zu Rechtsformen und Gemeinnützigkeit mit dem Rechtsanwalt Sven Gumbrecht
  • Social Media mit Aline Koeppen von VCD


Nach einem intensiven Arbeitstag gab es am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen Raum für die Vernetzung.

Auch im kommenden Jahr werden wir wieder einen Mobikomgress veranstalten. Mehr Infos dazu kommen demnächst.

Galerie

Foto: Mobilitätskongress 2018 ©Wibke Reckzeh
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